TEXTE

“Die schwierige Sache mit den Bildern. Schaffen sie es noch? Können sie heute wirklich noch den Blick verändern, berühren, die Welt erweitern? Ist nicht alles Bild? Sind die Poren nicht von vornherein verstopft?
Ute Döring ist eine Poetin des Bildes. Nicht, was das Foto zeigt, ist ihr Thema, vielmehr auf welche Reise man sich mit ihm begibt.
Ihre Arbeiten unterliegen einem inneren Montageprinzip. Zum Objekt wird, was Stoff des Ungesehenen, Ungeborgenen ist. Dabei kommt der Blick der Künstlerin grundsätzlich vom Verschwinden. Rückgewonnen wird jedoch nicht das Alte, Verlorene, rückerobert wird die eigene Herkunft, die das Jetzt nunmehr neu zu sehen vermag.
Das ist das Besondere der Döring-Kunst: Dass Welten nebeneinander bestehen, dass sie zu einem neuen Kosmos werden können, weil die Bild-Poetin innere Vollständigkeit beansprucht. Durch Haltung und gestalteten Halt.
Prof. Ines Geipel, Schriftstellerin

“Die Faszination einer Baustelle”

 

Besprechung von Anette Krämer-Alig
Darmstädter Echo, 17. März 2021

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